Haarausfall betrifft Millionen Menschen, untergräbt das Selbstvertrauen und ist ohne Identifikation der Grundursache schwer zu behandeln. Werden genetische Veranlagung, Hormonbalance, Ernährung und Stress gemeinsam bewertet, lässt sich für die meisten Patienten ein effektiver Behandlungsplan erstellen.
Der Haarzyklus und der Verlustmechanismus
Jeder Haarfollikel durchläuft Wachstums- (Anagen), Übergangs- (Katagen) und Ruhephasen (Telogen). In einer gesunden Kopfhaut sind ca. 85–90% der Follikel in Anagen. Wenn dieses Verhältnis kippt, übersteigt der Ausfall das Nachwachsen — Ausdünnung beginnt.
Androgenetische Alopezie verläuft bei Männern frontal-vertex und bei Frauen diffus am Scheitel; Mechanismus: DHT miniaturisiert die Follikel. Telogenes Effluvium zeigt sich nach Triggern wie Stress, Fieber, Operation, Geburt oder Mangelernährung.
Diagnose
Effektive Therapie beginnt mit der richtigen Diagnose. Trichoskopie und Follikelanalyse bilden Zyklus und Gesundheit ab. Laboruntersuchungen klären systemische Ursachen: Eisen und Ferritin (niedriges Ferritin ist eine der häufigsten Ursachen), B12 und Folsäure, Vitamin D, Schilddrüsenfunktion und ggf. Androgenprofil.
Behandlungsoptionen
Haarmesotherapie: intradermale Mischungen aus Vitaminen, Mineralien, Aminosäuren, Coenzymen und Wachstumsfaktoren nähren Follikel und verlängern Anagen. 4–8 Sitzungen bringen messbare Verbesserung.
PRP (plättchenreiches Plasma): aus eigenem Blut gewonnen, reich an Wachstumsfaktoren (PDGF, VEGF, EGF). Wirksam bei androgenetischer Alopezie und Telogen-Effluvium.
Exosomen: stammzellabgeleitete Exosomen tragen konzentrierte Signale; nützlich bei fortgeschrittenen Fällen oder PRP-Nichtrespondern.
Medikamentöse Begleitung: zugelassene Wirkstoffe — Minoxidil (topisch/oral), Finasterid oder Dutasterid — bleiben Therapiegrundlage.
Verlauf und Erwartungen
Typischer Kurs: monatlich PRP oder Mesotherapie für 4–6 Sitzungen, dann Erhaltung alle 2–3 Monate. Stillstand des Haarverlustes meist in den ersten 2–3 Sitzungen; neues Wachstum sichtbar nach 3–6 Monaten. Realistische Bewertung erfordert mindestens 6 Monate.
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